Organspendeinfo für die Bufdis der Diakonie Württemberg

Organspende - entscheiden ist wichtig!

26 Jugendliche im Bundesfreiwilligendienst der Diakonie Württemberg haben Anfang Oktober im idyllisch gelegenen Jugendhaus Über dem Waldsee in Murrhardt-Fornsbach gemeinsam eine Seminarwoche verbracht. Alle machen ein freiwilliges soziales Jahr in einer sozialen Einrichtung und sind zwischen 18 und 22 Jahre alt. Natascha Hoffmann, Referentin für Freiwilliges Engagement bei der Diakonie Württemberg, hat nun schon im zweiten Jahr das Thema Organspende auf die Agenda gesetzt. "Kollegen haben mich schon gefragt, ob das Thema Organspende nicht zu heftig sei für diese Altersgruppe", berichtet Frau Hoffmann. Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr hat Frau Hoffmann das Thema auch 2019 wieder ins Programm der "Bufdis" aufgenommen.

In Kooperation mit dem Bündnis Organspende Baden-Württemberg werden die jungen Erwachsenen über das Thema Organspende und Transplantation informiert. Frau Hoffmann und ihr Kollege Herr Dressel haben schon am Vorabend in das Thema eingeführt. Der Vortrag von Renate Matenaer, Referentin beim Sozialministerium, lässt keine Facette der Organspende aus: "Wir sind da, um umfassend und ergebnisoffen über Organspende aufzuklären. Wer gut informiert ist, drückt sich nicht länger vor einer Entscheidung. Und darauf kommt es uns schließlich an." Heinz Suhling vom Verband Lebertransplantierte Deutschland e.V., der seit neun Jahren mit einer fremden Leber lebt, berichtet aus der Sicht des Betroffenen und präsentiert eine Auswahl Filmspots der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Vortrag und Präsentation werden immer wieder für Fragen und Diskussion unterbrochen. Steffi* berichtet, dass sie eine Person kenne, die ein künstliches Herz hat und eine weitere Person, die auf eine Lunge wartet. Knapp ein Drittel der Jugendliche hebt die Hand auf die Frage, wer denn schon einen Organspendeausweis besitze; einen vergleichbaren Anteil von 34 Prozent hat die repräsentative Umfrage der BZgA 2018 für die Gesamtbevölkerung in Deutschland ergeben. Renate Matenaer klärt über die Bedeutung des Organspendeausweises und den Unterschied zwischen der geltenden Zustimmungslösung zur Organspende und der geplanten Widerspruchslösung auf. Bislang kommt eine Organspende nur in Frage, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten zugestimmt hat. Wenn die Widerspruchslösung kommt, dann wäre jede Person, die der Organspende nicht widersprochen hat, potenzieller Organspender. Auf die Frage "Was haltet ihr denn so von der Widerspruchslösung?" antwortet Daniel*: "Ich fände das echt gut." Lynn* will wissen, wann die Widerspruchslösung denn kommt. Mit der Entscheidung über eine Änderung des Transplantationsgesetzes wird Ende des Jahres gerechnet. Davon unabhängig, bleibt es wichtig, sich wie die Bufdis der Diakonie gut informiert eine eigene Meinung zur Organspende zu bilden.

*die Namen wurden von der Redaktion geändert.

Bild: Die Referenten haben jede Menge Informationsmaterial mitgebracht zum Nachlesen. Das Foto wurde uns von der Diakonie Württemberg freundlicherweise überlassen.

 

 

 

 

 

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